Wildökologische Raumplanung

Wildökologische Raumplanung
Wildtiere verursachen oft Schäden in Kulturlandschaften. © Carsten Przygoda/ pixelio.de

Involved sectors

Agriculture, Forestry, Water management, Hunting, Spatial planning, Tourism and leisure, Nature protection, Municipalities

Affected habitats

Forest, Shrubs and wooded areas, Bogs and fens, wetlands, Alpine habitats, Grassland, Arable land, Areas for settlements and transport, Waterbodies

Description

Das Instrument der Wildökologischen Raumplanung (WÖRP) wurde in Österreich entwickelt und wird seither in mehreren Bundesländern sowie in Graubünden (Schweiz) und im Fürstentum Liechtenstein verwendet. Ziel ist eine bessere dauerhafte Eingliederung heimischer Wildtierarten in die Kulturlandschaft. Dabei kommt dem Schutz und der nachhaltigen Nutzungsmöglichkeit von Wildtierpopulationen sowie der Vermeidung von Wildschäden in der Land- und Forstwirtschaft primäre Bedeutung zu. Der integrale Planungsansatz zielt auf eine Harmonisierung von Biotopvernetzung, Biotoptragfähigkeit und Wildbestand ab. Die WÖRP kann grundsätzlich für alle Wildtierarten eingesetzt werden. Sie beinhaltet eine großräumige, auf die räumliche Verbreitung einer Wildtierpopulation bezogene Rahmenplanung (landesweite Basisplanung) und eine regionale Detailplanung.

Impact

Impact in particular on Big mammals, Birds
Ecological impact  
Reduction of fragmentation or creation of new valuable habitats Ziel der WÖRP ist der Erhalt artgerechter zusammenhängender Lebensräume für Wildtiere. Zur Lebensraumerhaltung zählt auch ganz wesentlich die Lebensraumvernetzung.
Improvement or preservation of habitats Zur WÖRP gehören Maßnahmen zur Lebensraumerhaltung und –verbesserung, Überwinterungskonzepte für Schalenwild, Nutzungskonflikminimierung.
Element of ecological network Aufbauend auf den Ergebnissen der WÖRP werden entsprechende Vernetzungsmassnahmen getroffen, unter anderem z.B. auch der Bau von Grünbrücken.
Other Die Planung dient auch dazu, bei Projekten wie Infrastrukturvorhaben bereits im Vorfeld einen ersten Anhaltspunkt über die Bedeutung des Lebensraumes für Wildtiere zu erhalten, sodass bei den Planungen darauf Rücksicht genommen werden kann.
Time of realisation for measure Long term: Die Umsetzung der WÖRP ist ein langfristiger Prozess, der stetig an sich ändernde Bedingungen angepasst werden muss.
Impact scope Regional: In der Wildökologischen Raumplanungs-Verordnung erfolgt eine Einteilung des Landes in Wildräume, Wildregionen und Wildbehandlungszonen. Es handelt sich dabei um eine großräumige Regionalplanung, auf der die lokale Detailplanung aufbauen soll.

Implementation

Implementation period Months: Da es sich bei der WÖRP um ein komplexes Planungsinstrument handelt und viele verschiedene Informationen nötig sind, benötigt die Ausarbeitung entsprechend Zeit.
Frequency Non-recurring: Die Planung muss nur einmalig in einem langfristigen Prozess erarbeitet werden, anschließend sind eventuell Ergänzungen und Anpassungen notwendig.

Economic and legal aspects

Costs High (100'000-1 Mio EUR): Von Fall zu Fall sehr unterschiedlich da von verschiedenen Faktoren (Gebietsgrösse, Planungsdetail, usw.) abhängig.
Socio-economic impacts High: Kann weitreichende Auswirkungen auf Raumordnung, Landwirtschaft, Jagd, ... haben.
Sources of financing Other private sources, Public: local, Public: regional, Public: national, Public: European
Legal situation In Österreich z.B. die Wildökologischen Raumplanungs-Verordnung. In einigen Bundesländern ist das Instrumentarium der Wildökologischen Raumplanung ebenfalls im Jagdgesetz verankert.

Further information

Evaluation Aufwendiges aber erfolgreiches Planungsinstrument das sich auch im internationalen Kontext (Dreiländereck Österreich, Schweiz, Liechtenstein) bewährt hat. Im Zusammenhang mit Natura 2000 und Schutzgebieten konnte mit der WÖRP für die zwischen geschützten und ungeschützten Gebieten entstehenden Probleme auf internationaler Ebene Lösungen gefunden werden.
Information Other: Bei den österreichischen Bundesländern Vorarlberg, Salzburg, Kärnten,… sowie in Liechtenstein, in Graubünden (CH), oder in den Nationalparks Oberösterreichische Kalkalpen oder Donau-Auen.
Contact Austria: Beim Land Salzburg : Dipl.-Ing. Rupert Haupolter Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie, Vet. Med. Univ. Wien: Prof. Dr. Friedrich Reimoser

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