Förderung unbefestigter Wege

Förderung unbefestigter Wege
Unbefestigte, begrünte Wege haben eine deutlich reduzierte Barrierewirkung. © Yann Kohler

Involved sectors

Agriculture, Forestry, Spatial planning, Tourism and leisure, Nature protection, Transport

Affected habitats

Forest, Grassland, Arable land

Description

Wege können je nach Art und Bauweise geringe bis hohe Barrierewirkung haben. Wegesysteme und ihre Seitenräume können aber nicht nur zerschneidende Wirkung auf Tier- und Pflanzenarten ausüben, sondern bei entsprechender Gestaltung bilden sie darüber hinaus wichtige Elemente im Biotopverbund. Sie sind Wanderwege in der Landschaft und stellen gleichzeitig Pufferzonen zu landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen dar. Aus ökologischer Sicht kommt vor allem unbefestigten Wegen sowie den Gras- und Krautstreifen, Gehölzen, Mulden, Gräben etc. in den Seitenräumen der Wege eine hohe Bedeutung zu. Wenn der Bau neuer Wege unvermeidbar ist, sollten bei der Wegeplanung daher ausreichend breite Seitenräume berücksichtigt werden (Gras-/Krautstreifen Mindestbreite von 2,50 m, wegbegleitende Gehölzpflanzungen Breite von mind. 5 m). Auch Hohlwege und begrünte Feldwege haben vielfältige ökologische Funktionen, da sie eine Vielzahl Nischen für Tiere und Pflanzen mit ganz unterschiedlichen Ansprüchen bieten.

Impact

Impact in particular on Small mammals, Reptiles, Amphibians, Birds, Insects
Ecological impact  
Reduction of fragmentation or creation of new valuable habitats Verringerung der Barrierewirkung von Wegen für Insekten (z.B. Käfer und Spinnen).
Improvement or preservation of habitats Unbefestigte Wege sind wichtig für einige Vogelarten sowie Feldhasen. Insbesondere Feuchtstellen an Wegen werden von einigen Arten genutzt, u.a. als Laichgebiete für Gelbbauchunken oder zur Beschaffung von Nistmaterial.
Element of ecological network Aufgrund ihrer linienartigen Struktur und der wertvollen Kleinlebensräume sowie der Saum- und Grenzflächen sind unbefestigte Wege wichtige Elemente eines Biotopverbundes, insbesondere in der ausgeräumten Agrarlandschaft.
Time of realisation for measure Months: Nach Anlage unbefestigter Wege bzw. der naturnahen Gestaltung bestehender Wege werden die neu geschaffenen Lebensräume schnell besiedelt.
Impact scope Very localised (plot): Grundsätzlich ist die Wirkung eher lokal, bei einem großräumigen Ansatz kann die Maßnahme auch regional von Bedeutung sein.

Implementation

Implementation period Weeks: Die Dauer der Umsetzung entsprechender Maßnahmen ist von der Ausgangssituation abhängig. Bei Neubau lassen sich die Maßnahmen gut integrieren.
Frequency Non-recurring

Economic and legal aspects

Costs Medium (10'000-100'000 EUR): Die genauen Kosten hängen von der Ausgangssituation ab, tlw. ist eine Förderung über Landschaftspflegeprogramme möglich.
Socio-economic impacts Low: Unbefestigte Wege sind auch für die Erholungsnutzung (Wandern, Mountainbiking) attraktiver und können daher touristisch in Wert gesetzt werden.
Sources of financing Public: local, Public: regional, Public: national, Public: European
Legal situation Die Wegegestaltung ist nicht direkt gesetzlich festgelegt, durch eine enge Zusammenarbeit mit Land- und Forstwirtschaft kann aber ein naturnaher Wegebau gefördert werden, ebenso über die Landschaftsplanung (Leitbildentwicklung).

Further information

Evaluation Einige Beispiele belegen, dass nach der Begrünung von Wegen vermehrt Tiere wie Hasen und Schmetterlinge sowie Bienen bis hin zu Sing- und Greifvögeln auftreten. Auch für die Landwirte können unbefestigte und begrünte Wege von Vorteil sein, da langfristig Gelder zur Bekämpfung von Insekten und Mäusen auf ihren Äckern gespart werden können. Es liegen vielfältige Erfahrungen vor, z.B. bei Landschaftspflegeverbänden oder beim amtlichen Naturschutz. In Oberösterreich wurden Erhalt und Entwicklung wenig befestigter Wege als übergeordnete Ziele für die Landschaftsplanung festgelegt.
Information Austria: Oberösterreich: http://www.land-oberoesterreich.gv.at/cps/rde/xchg/ooe/hs.xsl/70510_DEU_HTML.htm
Contact Austria: z.B. Amt der Oberösterreichischen Landesregierung, Direktion für Landesplanung, wirtschaftliche und ländliche Entwicklung, Abteilung Naturschutz

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